Meine CMS

Definition HIV/AIDS

HIV ist eine Abkürzung und bedeutet „Humanes Immundefizienz-Virus“. Das bedeutet übersetzt: menschliches Abwehrschwäche-Virus. HIV schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte, die auch Immunsystem genannt werden.

So kann der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Im schlimmsten Fall treten dann bestimmte lebensbedrohliche Erkrankungen auf, zum Beispiel schwere Lungenentzündungen. Dann spricht man von Aids.

Auch das ist eine Abkürzung, es bedeutet „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Auf Deutsch: Erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom.

Gegen HIV gibt es heute sehr wirkungsvolle Medikamente. Sie verhindern die Vermehrung des Virus im Blut, können es aber nicht wieder aus dem Körper entfernen. Dank dieser Medikamente können die meisten HIV-infizierten Menschen heute lange Zeit mit dem Virus leben, ohne an Aids zu erkranken.

Die Medikamente können allerdings in einigen Fällen schwere Nebenwirkungen haben und müssen lebenslang eingenommen werden.

Der HIV-Test

„Kann ich mich mit HIV infiziert haben?“ Diese Frage stellen sich viele Menschen, die Kontakt zur Aidshilfe aufnehmen. Zum Beispiel weil sie ungeschützten Sex hatten, weil das Kondom vielleicht abgerutscht ist oder weil eine andere Situation bestand, in der sie sich mit HIV angesteckt haben könnten.

In welchen Situationen tatsächlich das Risiko einer HIV-Infektion besteht und in welchen nicht, steht im Bereich Übertragung von HIV weiter unten.
 

Ein HIV-Test schafft auf jeden Fall Klarheit. Eine rechtzeitige HIV-Therapie kann das Immunsystem vor dem Virus schützen. Man kann heute mit der HIV-Therapie gut leben. Je eher man mit der HIV-Therapie beginnt, desto besser. Die Deutsche AIDS-Hilfe empfiehlt schwulen Männern, sich mindestens einmal im Jahr auf HIV zu testen.

Es gibt heute verschiedene HIV-Tests
  • Da ist zunächst der „klassische“ HIV-Labortest. Er wird von Checkpoints und Gesundheitsämtern angeboten. Immer anonym, oft auch kostenlos. Das Ergebnis dauert einige Tage.
  • Die HIV-Schnelltests bieten ein Ergebnis in 30 Minuten und werden auch von Checkpoints und Gesundheitsämtern anonym angeboten, meist kostenpflichtig.
  • Heimtests (auch Selbsttests genannt) sind HIV-Schnelltests zum selbst testen. Einige sind mittlerweile so ausgereift, dass sie leicht anwendbar sind und zuverlässig. Der Verkauf von Heimtests ist in Deutschland derzeit jedoch noch nicht erlaubt.
  • Bei Einsendetests nimmt man zu Hause selbst Blut ab und schickt es in ein Labor. Das Ergebnis bekommt man dann telefonisch oder online mitgeteilt.

Allen diesen Tests ist eines gemeinsam: sie sind HIV-Antikörper-Suchtests. Das bedeutet, sie suchen im Blut nach Antikörpern auf HIV, die sich meistens schon nach sechs und spätestens nach zwölf Wochen nachweisen lassen. Werden keine Antikörper gefunden, ist man sicher HIV negativ. Ein positives Ergebnis muss durch einen weiteren spezifischeren Test bestätigt werden. Bei Einsende- und Labortests wird das im Labor gleich gemacht.

Übertragung von HIV

HIV ist relativ schwer übertragbar. Ein Infektionsrisiko besteht nur, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Zu diesen Körperflüssigkeiten gehören vor allem Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und der Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut des Enddarms.

Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergegeben.

Sehr riskant ist außerdem die gemeinsame Benutzung von Spritzen beim Drogenkonsum. Vor HIV kann man sich gut schützen, nämlich durch Safer Sex und Safer Use.

Das Risiko einer HIV-Übertragung ist erhöht, wenn sich besonders viele Viren im Blut und den Körperflüssigkeiten befinden. Das ist zum Beispiel zwei bis vier Wochen nach einer frischen HIV-Infektion der Fall, weil sich das Virus dann besonders stark vermehrt.

Das Risiko ist viel geringer, wenn sich nur wenige Viren im Blut befinden, etwa wenn HIV-Medikamente die Vermehrung des Virus verhindern.

Kein HIV-Risiko

In Speichel, Tränen und Urin sind nur sehr wenige HIV-Viren enthalten. Eine Übertragung über diese Körperflüssigkeiten ist deswegen ausgeschlossen. Außerdem ist das Virus außerhalb des Körpers nur sehr kurz überlebensfähig und kann durch Reinigungsmaßnahmen zuverlässig abgetötet werden.

Keine Ansteckungsgefahr besteht bei:

  • Küssen, Händedruck, Umarmen
  • Anhusten oder Anniesen
  • Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke
  • gemeinsame Benutzung von Toiletten, Handtüchern oder Bettwäsche
  • Besuch von Schwimmbädern oder Saunen
  • Zusammenarbeiten und -wohnen mit Menschen mit HIV/Aids
  • Betreuen und Pflegen von Menschen mit HIV/Aids
  • Erste-Hilfe-Leistung, sofern die die hygienischen Vorschriften eingehalten werden (Handschuhe, Beatmungsmaske)
  • medizinischen und kosmetischen Behandlungen (Zahnarzt, Fußpflege und so weiter), sofern die hygienischen Vorschriften eingehalten werden
  • Tätowieren und Piercen, sofern unter hygienischen Bedingungen gearbeitet wird
  • Insektenstichen

HIV-Risiko beim Sex

Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Anal- und Vaginalverkehr weitergegeben. Sperma, Scheidenflüssigkeit und Menstruationsblut können sehr viele HIV-Viren enthalten. Die Schleimhäute im Enddarm und in der Scheide sind sehr empfindlich und können HIV leicht aufnehmen, ebenso die Innenseite der Vorhaut und die Harnröhre.

Da Vaginal- und Darmschleimhaut viele HIV-Viren enthalten können, gibt es beim Vaginal- und Analverkehr auch ein Risiko für den „aktiven“ (eindringenden) Partner.

Beim Oralverkehr („Blasen“, „Lecken“) besteht ein geringes Risiko, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangen (siehe auch Safer Sex und Oralverkehr). Dieses Risiko ist aber sehr viel geringer als beim Anal- oder Vaginalverkehr, weil die Mundschleimhaut widerstandsfähiger gegen HIV ist als andere Schleimhäute. Bei der Aufnahme von Scheidenflüssigkeit ohne Blut reicht die Virenmenge für eine Ansteckung nicht aus. Auch bei Aufnahme des "Lusttropfens" ist eine HIV-Übertragung ausgeschlossen.

Andere Geschlechtskrankheiten erhöhen das HIV-Risiko: Durch entzündete Schleimhäute kann HIV leichter in den Körper eindringen oder hinausgelangen. Bei HIV-Infizierten enthalten entzündete Schleimhäute besonders viele HIV-Viren.

Einen sehr guten Schutz vor einer HIV-Infektion bietet Safer Sex.

HIV-Risiko beim Drogengebrauch

Ein sehr hohes Risiko besteht beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen beim Drogenkonsum. HIV kann so direkt in die Blutbahn gelangen. In Blutresten in der Spritze kann sich das Virus mehrere Tage lang halten. Auch durch das gemeinsame Benutzen von Löffel, Filter und Tupfer kann HIV weitergegeben werden.

Außerdem kann man sich beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör sehr leicht mit Hepatitis infizieren. Einen sehr guten Schutz vor einer HIV-Infektion beim Drogenkonsum bietet Safer Use.

HIV-Risiko bei Mutter-Kind-Übertragung

HIV-positive Frauen können bei der Geburt oder beim Stillen HIV auf ihr Kind übertragen. Dieses Risiko lässt sich aber heute durch Medikamente und andere Maßnahmen fast vollständig ausschalten. Daher werden in Deutschland schwangeren Frauen automatisch HIV-Tests angeboten..

Wie ist das HIV-Risiko einzuschätzen?

Nicht jeder ungeschützte Anal- oder Vaginalverkehr zwischen einem HIV-infizierten und einem nicht infizierten Partner führt automatisch dazu, dass HIV weitergegeben wird. Das Risiko einer Infektion wächst, je häufiger man ungeschützten Sex hat.

Man kann diesen Effekt mit dem Autofahren vergleichen: Je häufiger man fährt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu werden. Ein besonders hohes Risiko, sich zu infizieren, haben außerdem Männer, die Sex mit Männern haben, denn in dieser Bevölkerungsgruppe ist HIV in Deutschland weiter verbreitet. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man Sex mit einem HIV-positiven Partner hat und damit dass es zu einer Übertragung kommt.

In anderen Regionen der Welt betreffen HIV und Aids vor allem Heterosexuelle, zum Beispiel im südlichen Afrika und in Südostasien. Deswegen haben zum Beispiel auch deutsche Sextouristen in diesen Ländern ein erhöhtes Risiko, sich zu infizieren.

Positiv - was nun?

Ein positiver HIV-Test löst bei den meisten Menschen erstmal einen Schock aus. Viele bekommen Angst vor Krankheit und Tod. Es fällt schwer sich vorzustellen, wie das Leben weitergehen soll. Die Wünsche nach einer glücklichen Partnerschaft, Sexualität und vielleicht nach Kindern scheinen plötzlich unerfüllbar zu sein.

Wenn du dich gerade in dieser Situation befindest, bist du hier richtig. Wir geben dir Informationen darüber, was es heute bedeutet, mit HIV zu leben und wo du Unterstützung findest.

Das Wichtigste vorweg: Dein Leben ist ganz bestimmt nicht vorbei! Im Gegenteil, du kannst in vielerlei Hinsicht weiterleben wie bisher und dir stehen nach wie vor fast alle Möglichkeiten offen.

Sehr wirkungsvolle Medikamente ermöglichen heute den meisten HIV-Positiven ein fast normales Leben und verhindern, dass es zu einer Aids-Erkrankung kommt. Wenn du dich in den letzten Jahren infiziert hast, ist deine Lebenserwartung voraussichtlich kaum geringer als die anderer Menschen.

Was wird sich ändern
 
Natürlich wird sich in deinem Leben durch HIV auch manches verändern. Regelmäßige medizinische Untersuchungen sind notwendig, und du wirst irgendwann beginnen, Medikamente gegen HIV einzunehmen.
 
Außerdem wirst du dich wahrscheinlich fragen, mit wem du über deine Infektion sprechen möchtest oder musst. Es wird also nicht immer einfach sein, mit HIV zu leben. Aber diese Herausforderungen lassen sich meistern. Du bist dabei nicht alleine.
 
Es gibt in Deutschland viele Selbsthilfegruppen und AIDS-Hilfen, in denen du andere Menschen mit HIV treffen kannst. Unsere Beraterinnen und Berater der AIDS-Hilfe, Arbeitskreis Ludwigshafen e. V. werden dir zur Seite stehen, wenn du das möchtest. Nicht zuletzt kann dich auch ein guter Arzt sehr unterstützen.
Powered By Website Baker